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Pluto - Entdeckung - Dr. Christian Pinter - Astronomische Beobachtungstipps

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Dr. Christian Pinter
Astronomische
Beobachtungstipps
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Pluto - Entdeckung und Erforschung
Der Pluto wurde 1930 bei einer fotografischen Planetensuchkampagne entdeckt - und zwar am Lowell-Observatorium in Flagstaff, Arizona. Das Foto zeigt jene Kuppel, unter der die Kamera arbeitete.
Der Fund gelang dem US-Amerikaner Clyde Tombaugh, der immer wieder seine älteren und neueren Fotoplatten der Tierkreisregion mit einem Blinkkomperator verglich. Ein solches Instrument zeigt abwechselnd die eine, dann die andere Platte. Hat sich ein Objekt zwischen den Aufnahmen bewegt, springt dieses scheinbar hin und her.

Das folgende Foto hält den tatsächlich verwendeten Blinkkomperator fest.
Benannt wurde die neu entdeckte, ferne Welt nach dem römischen Gott Pluto.
Zwergenkönig
Tombaugh hatte 1930 nach einem neuen, neunten Planeten gesucht - und nicht etwa nach einem weiteren Kleinplaneten. Auch deshalb reihte man den neuen Fund rasch in den planetaren Reigen ein: Zumindest im Sprachgebrauch, denn eine wirklich verbindliche Definition des Begriffs "Planet" existierte damals noch nicht.

Selbst dass Plutos Bahn im Raum jene des Neptun schnitt, schien niemand ernsthaft zu stören. Doch je besser man Pluto beobachtete, desto mehr schrumpfte sein mutmaßlicher Durchmesser.

Besonders dramatisch war das Jahr 1978: Damals fand der US-Astronom James Walter Christy einen Plutomond, der das Abbild des "Planeten" ebenfalls vergrößert und verformt hatte (Mein ausführlicher Artikel aus dem Jahr 2005 findet sich im US-amerikanischen Internet-Archiv). Tatsächlich ist dieser Mond mehr als halb so groß wie Pluto selbst!
Der Fährmann Charon im Palazzo Medici Riccardi, Florenz
Christy wählte den Namen Charon für die Mondwelt: In der Mythologie war Charon jener Fährmann, der mit den Seelen der Verstorbenen über den Acheron ins dunkle, modrige Reich des Hades übersetzte. Am Eingang wachte der mehrköpfige Hund Kerberos.
All das nährte immer mehr Zweifel am Planetenstatus des Pluto. Ab 1992 stieß man in seinem Umfeld dann auf immer mehr weitere, wenngleich noch schmächtigere Objekte. Pluto wirkte nur noch wie ein Zwergenkönig.


Eris säht Zwietracht

2005 veröffentlichten drei US-Astronomen schließlich die Entdeckung der Eris - eine Welt, die eine ähnliche Dimension wie Pluto besitzt. Man taufte sie nicht zufällig nach der griechischen Göttin der Zwietracht - wissend, dass der Fund eines derartigen Objekts die Debatte um den planetaren Charakter Plutos weiter anheizen würde.
2006 beschloss die Internationale Astronomische Union (IAU; siehe Artikel über deren Bedeutung) erstmals eine verbindliche Definition des Planetenbegriffs für Objekte unseres Sonnensystem.

Bis dahin gab es den Begriff "Planet" quasi nur im allgemeinen Sprachgebrauch, aber auch im Sprachgebrauch der Astronomen. Nun wurde er geregelt.

Die erstmals verbindliche Definition war - letztlich - so formuliert, dass Pluto nicht dazu zählte.
Der dänische Astronom Tycho Brahe fand 1600 in Prag die letzte Ruhestätte. Eine Tagung der IAU in Prag trug 406 Jahre später den "Planeten" Pluto zu Grabe
Offiziell gilt Pluto nun als Zwergplanet - zusammen mit mehreren anderen rundlichen Kleinkörpern wie Eris (s.o.) oder Ceres, die ihren Orbit nicht freischaufeln konnten. Deren Anzahl ist nicht ganz unumstritten.


"Weinende Kinderaugen"

Vor allem US-Amerikaner trauern dem 9. "Planeten" bis heute nach. Immerhin war dies bis 2006 der einzige "Planet", der von einem US-Bürger entdeckt worden war. Im Hinblick auf die gleichnamige "Walt-Disney-Figur" wurden sogar "weinende Kinderaugen" als Argument gegen die "Degradierung" Plutos vorgebracht.
Als ich einst Flagstaff besuchte, wurde mir auch der Hund des Observatoriums vorgestellt. Er hieß - man ahnt es - "Pluto"
Die NASA-Sonde New Horizons passierte Pluto Mitte 2015 und sandte erstmals hochauflösende Fotos dieses Himmelskörpers zur Erde (siehe NASA-Website). Diese zeigten eine überraschend komplex aufgebaute Oberfläche, die vor allem aus gefrorenem Stickstoff besteht.

Mehrere US-Astronomen nahmen diese Komplexität zum Argument, um Pluto doch noch unter die richtigen Planeten reihen zu dürfen. Die IAU blieb jedoch bei ihrem wohlbegründeten Nein.


Behördensache?

Die Wirklichkeit scheint in den USA mittlerweile Definitionssache der Regierenden zu sein. Entsprechend erklärte der Bundesstaat Arizona den Pluto im Jahr 2024 trotz allem zum "official state planet" (siehe auch tucson.com, USA).

Der Amateurastronaut und Milliardär Jared Isaacman war von Präsident Trump 2024 für das Amt des NASA-Chefs nominiert worden. Nach Streitigkeiten mit Elon Musk zog Trump die Nominierung zurück, um sie später erneut einzubringen. Seit Ende 2025 leitet Isaacman die wohl berühmteste US-Bundesbehörde: Er erklärte, die Diskussion um Pluto mit neuen "Dokumenten" wieder in Gang bringen zu wollen (siehe auch spektrum.de).

Alle Angaben ohne Gewähr
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