Leuchtende Nachtwolken - Fotografieren - Dr. Christian Pinter - Astronomische Beobachtungstipps

Dr. Christian Pinter
Beobachtungstipps
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NLC - leuchtende Nachtwolken: Fotografieren & Filmen
Man muss rechtzeitig eine Kamera bereit haben, die Belichtungszeiten von mehreren Sekunden zulässt. Ist kein Stativ zur Hand, wird man versuchen, die Kamera aufs Fensterbrett zu drücken. Meine Aufnahmen aus dem Jahr 1986 im schottischen Dunbar entstanden so.
Die Wolken sind hier überbelichtet - der analoge Film erlaubte keine sofortige Kontrolle der Bildhelligkeit
Fotografieren im Sekundenbereich

Lesen Sie hier ausführliches zur Aufnahmetechnik für nächtliche Fotos ohne Teleskop.

Kurz:

  • Um Erschütterungen zu vermeiden, sollte man zusätzlich zum Stativ einen Fernauslöser nutzen oder die Selbstauslösefunktion (Vorlauf).

  • Die horizontale Ausdehnung der NLCs ruft nach einem Weitwinkelobjektiv

  • Mit Normalobjektiven lassen sich aber Details herausarbeiten; auch beim Fotografieren durch Wolkenlücken hat ihr Einsatz Sinn

  • Falls die Kamera für das entsprechende Objektiv eine Vignettierungsfunktion anbietet, kann man sie aktivieren

  • Die Blende ist möglichst weit zu öffnen

  • Die korrekte Scharfstellung ermittelt man anhand ferner irdischer Objekte

  • Die Belichtungszeiten liegen im Bereich einiger Sekunden ...

  • ... sofern man höhere ISO-Werte (z.B. 400 oder 800) in Kauf nimmt. Die Programm-Automatik der Kamera liefert einen ersten Anhaltswert. Das Resultat lässt sich am Kameramonitor überprüfen - aber bitte am zuletzt geschossenen Foto, nicht am LiveView-Bild

  • Um das Rauschen zu minimieren, kann man die entsprechende Rauschreduktionsfunktion der Kamera aktivieren

  • Der Weißabgleich steht auf Auto oder Sonnenlicht. Für natürlichere Wolkenfarben ziehe ich bei meiner Canon 550D die Einstellung Auto vor. Am besten, Sie experimentieren damit!


Meine Checklist für NLC-Fotos:

    • Stativ
    • Fernauslöser
    • Weitwinkelobjektiv und Normalobjektiv (ca. 11 bis 50 mm Brennweite)
    • Blende weit öffnen
    • Scharfstellen an weit entfernten Objekten
    • eventuell Vignettierungsfunktion der Kamera aktivieren
    • Rauschreduktionsfunktion der Kamera aktivieren
    • ISO-Einstellung auf 400, 800 oder nötigensfalls 1600 stellen
    • RAW und/oder JPGs höchster Auflösung wählen
    • Mehrere Sekunden belichten
    • Fertige Aufnahme (!) am Kameramonitor prüfen
Und daraus noch ein Filmchen ...

Man kann eine umfangreiche Serie von direkt hintereinander geschossenen NLCs-Fotos auch zu einem Zeitrafferfilmchen kombinieren - ähnlich wie ich es hier beim Nordlicht tat. Als einfache, kostenlose Software dafür mag der im Microsoft-Store erhältliche Time Lapse Creator dienen.

Zusätzliche Checklist dafür:

    • Serienbildfunktion der Kamera aktivieren
    • Kamera sehr genau waagrecht ausrichten
    • Fernauslöser auf "Dauerfeuer" stellen
    • Etliche hundert Fotos ohne Unterbrechung schießen
    • Wahlweise nur JPGs machen (beschleunigt den Vorgang ein wenig)
    • Wahlweise Rauschreduzierung deaktivieren (beschleunigt stark)


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