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Terminauswahl - Dr. Christian Pinter - Astronomische Beobachtungstipps

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Dr. Christian Pinter
Astronomische
Beobachtungstipps
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Begegnungen - Auswahl an Terminen
Hier lesen Sie eine subjektive Auswahl interessanter Begegnungen. Im Extremfall bedecken die Gestirne einander sogar. Termine in der ersten Nachthälfte sind bevorzugt.
Der Mond mit Erdschein passiert die Plejaden (11.4.2024)
10. Juli 2026: Venus nahe Regulus

Wir finden die Venus 1 Grad oberhalb des Regulus, Hauptstern des Löwen. Beobachtungszeit: vor bzw. gegen 22 Uhr MESZ. Auch einige Tage vor und nach diesem Termin passen beide Gestirne gleichzeitig ins enge Gesichtsfeld eines Fernglases


11./12. - 25./26. Juli: "Günstiges" Beobachtungsfenster für Pluto, 1 Uhr MESZ

Himmelsfotografen könnten diese Tage nützen, um das hellste Kuiper-Gürtel-Objekt einzufangen. Damit erzielen sie auch einen persönlichen Weitenrekord im Sonnensystem. Denn alle noch ferneren, an die Sonne gebundenen Objekte sind wesentlich lichtschwächer als der Zwergplanet Pluto


17. Juli 2026: Mond unweit Venus

Eine neuerliche Begegnung der Venus mit dem Mond. Abstand: 3,5 Grad. Beide Gestirne passen dabei sicher noch gleichzeitig ins Gesichtsfeld eines Fernglases. Beobachtungszeit: gegen 21:30 MESZ


20. Juli 2026: 50 Jahre Viking 1 - Landung auf Mars

Der Lander der Viking 1 Mission ging am 20. Juli 1976 weich in Chryse Planitia nieder. Danach funkte die allerersten Bilder heim, die je auf der Marsoberfläche gewonnen wurden. Später folgte ihm Viking 2 (s.u.). 50 Jahre später steht Mars am Morgenhimmel im Stier. Nächster Oppositionstermin: 19. Februar 2027   


8./9. - 21./22. August: "Günstiges" Beobachtungsfenster für Pluto, Mitternacht

Noch einmal eröffnet sich die Chance, den fernen Pluto abzulichten. Weiter wird man mit Amateurmitteln in unserem Sonnensystem nicht kommen


12. August 2026: Venus in Dichotomie

Die Venus ist zur Hälfte beleuchtet (Daten nach der Software Guide) und erscheint uns unter einem Winkel von nur 24 Bogensekunden


12./13. August: Perseiden-Maximum ohne Mondlicht

Das Maximum dieses Meteorstroms findet in dieser Nacht statt: Es wird am 13.8.2025 vor 4 Uhr MESZ erwartet. Bei Neumond. Besser könnten die astronomischen Bedingungen nicht sein - aber nur, falls man einen sehr großen Bogen um Großstädte macht! Näheres hier


15. August 2026: Venus in größter Elongation

Die Venus erreicht den größten östlichen Winkelabstand zur Sonne mit 46 Grad. Sie sinkt am Westhimmel allerdings auch immer tiefer


15./16. August 2026: Mond unweit Venus

Der Mond weilt am Abend des 15. August weit rechts der Venus (7 Grad), am Abend des 16. weit links von ihr (6 Grad)


28. August 2026: Der Mond begegnet dem Erdschatten

Er taucht fast zur Gänze darin ein, es kommt in den Morgenstunden somit zu einer partiellen Kernschatten-Mondfinsternis. Leider geht der Mond zur Finsternismitte für Wiener unter. Näheres hier.


3. September: 50 Jahre Viking 2 - Landung auf dem Mars

Der Lander der Viking 2 Mission ging am 3. September 1976 in Utopia Planitia nieder. Nach Viking 1 (s.o.) sandte er die zweiten Bilder heim, die direkt auf der Marsoberfläche geschossen wurden. 50 Jahre später steht Mars am Morgenhimmel in den Zwillingen. Nächste Opposition: 19.2.2027   


14. September 2026: Venus-Bedeckung

Der Mond bedeckt die Venus am Taghimmel. Theoretisch wäre diese
Bedeckung mit freiem Auge sichtbar - allerdings steht der alte Mond beim Bedeckungsbeginn nur 8 Grad hoch im Südosten: In Wien tritt er um 11:33 MESZ mit seinem dunklen (am Taghimmel nicht sichtbaren) Rand vor den hellen Rand der Venus. Gegen 12:42 (Wien) tritt der helle Teil der Venus am hellen Mondrand aus, etwas oberhalb des Mare Crisium. Jetzt hat der Mond wenigstens eine Höhe von 16 Grad erreicht.

Vermutlich ließen sich Eintritt und Austritt sogar ganz einfach im Movie-Modus einer DSLR filmen: Am besten durch ein starkes Tele. Prinzipiell kann man es aber mit jeder Objektivbrennweite versuchen. Die korrekte Belichtung von Venus und Mond ermittelt man am besten live - einige Minuten vor Bedeckungsbeginn.


26. September: Neptun in Opposition

Der fernste Planet weilt in den Fischen. Zum Oppositionstermin gesellt sich der Mond in rund 4 Grad Abstand dazu. Und der steht dann natürlich auch in Opposition zur Sonne, und ist damit ein Vollmond. Um Neptun als winziges Scheibchen wahrzunehmen, bedarf es eines Teleskops.


23. September: Jupitermondverfinsterung

In den nächsten Monaten kommt es zu engen Begegnungen, Bedeckungen und Verfinsterungen zwischen den Jupitermonden: Siehe die ausführliche Diskussion mit Listen der in Wien beobachtbaren Ereignisse.

Für September sei die Verfinsterung vom 23. heraus gegriffen. Der Mond Io wirft seinen Schatten auf den Mond Europa. Europas Helligkeit bricht deshalb um 0,9 mag ein. Das Schauspiel dauert keine fünf Minuten. Finsternismitte: 5:16 MESZ. Jupiter steht 23 Grad hoch im Osten.


29. September: Der Mond bedeckt Epsilon Arietis

Der Widderstern Eps Ari verschwindet gegen 23:57:33 MESZ (gilt Wien-Floridsdorf; die genaue Uhrzeit ist ortsabhängig. Es handelt sich um einen Dreifachstern. Die beiden helleren Komponenten stehen mit 5,2 und 5,6 mag in 1,3" gegenseitigem Abstand. Während der Sternbedeckung sollte man das Paar trennen können: Theoretisch, denn sie findet leider am hellen Rand des fast noch vollen Mondes statt. Höhe 42 Grad, Richtung Ostsüdsost.

Minuten später, kurz nach 00:11:00 MESZ (Wien-Floridsdorf) taucht das Paar wieder auf: Eigentlich am dunklen Mondrand, nahe dem lunaren Südpol. Dieser dunkle Rand ist dann allerdings extrem schmal, was die Beobachtung sehr erschwert. In jedem Fall benötigt man an diesem Abend ein Teleskop.


30. September: Mond nahe Plejaden

Die Plejadenbedeckung entgeht uns: Während sie zu Ende geht, klettern Mond und Siebengestirn erst über den Wiener Horizont. Im Fernglas macht man danach, z.B. gegen 21 oder 22 Uhr MESZ, den Erdbegleiter und den Offenen Sternhaufen gleichzeitig im Gesichtsfeld aus, recht tief in Nordnordost. Der Mond überstrahlt die Plejaden allerdings stark.


4. Oktober: Saturn in Opposition

Jetzt ist Saturn am größten und am hellsten. Im Sternbild Cetus (deutsch: Walfisch) macht man ihn unschwer mit freiem Auge aus. Das Fernglas unterstreicht dessen gelbliche Tönung. Im Teleskop erspäht man etwas dunklere Wolkenbänder und etwas hellere Zonen, den berühmten Ringschmuck sowie mehrere Saturnmonde. Zum Oppositionstermin kulminiert Saturn in Wien um 00:46 MESZ. Wegen der maximalen Höhe von 23 Grad setzen Turbulenzen in der Erdatmosphäre dem Fernrohranblick allerdings zu.

Gegenseitige Bedeckungen bzw. Verfinsterungen der Saturnmonde stehen leider erst wieder 2029 an. Wenigstens kommt es aber am 21.10.2026 gegen 21 Uhr MESZ zu einer halbwegs engen Begegnung der Saturnmonde Tethys und Dione. Der viel schwächere Mond Enceladus schaut dabei zu. Zur Beobachtung braucht es natürlich ein Teleskop: Höhe 33 Grad, Blickrichtung Südost.


5. Oktober: Mond nahe Mars

Zu Beginn der nautischen Dämmerung (5:52 MESZ in Wien) steht der Mond etwa 1 Grad oberhalb des Planeten Mars. Falls Sie ein Fernglas zur Hand haben: Der Offene Sternhaufen M44 (Krippe) weilt links unterhalb im gleichen Gesichtsfeld.


7. Oktober: Mond nahe Regulus

Am Morgen des 7. Oktober finden wir den alten, bereits wieder abgemagerten Mond nahe dem Löwenstern Regulus. Kurz nach dem Mondaufgang beträgt der gegenseitige Abstand weniger als ein Grad, zu Beginn der nautischen Dämmerung (5:55 MESZ in Wien) ist er auf 1,5 Grad angewachsen.


5., 12. und 29. Oktober: Jupitermonde verfinstern einander

Meine Seite der in Wien beobachtbaren Jupitermond-Ereignisse umfasst auch Verfinsterungen: Hier fällt der Schatten eines Jupitermondes auf einen anderen. Der letztere verliert somit an Glanz. Das geschieht in der zweiten Nachthälfte. Am 5. büßt die Io 1,1 mag ein, am 12. sind es 1,2 mag. Der Schatten der Kallisto raubt dem Ganymed am 29. Oktober sogar 1,5 mag.


15. und 31. Oktober: Jupitermonde bedecken einander

Im Oktober kommt es in der zweiten Nachthälfte zu extrem engen Konjunktionen zwischen Jupitermonden: Siehe die ausführliche Diskussion mit Listen der in Wien beobachtbaren Ereignisse. Am 15. Oktober bedeckt die kleinere Europa die größere Kallisto dabei ringförmig, am 31. überdeckt die Europa den Ganymed partiell - was sich in einem Lichtrückgang Ganymeds von 0,3 mag äußert.


28. Oktober: Der fast noch volle Mond streift die Plejaden

Der Mond streift den Nordteil der Plejaden und bedeckt dabei mehrere Sterne dieses Offenen Haufens. Leider ist der Mond noch fast voll. Er bedeckt die Sterne mit seinem hellen Rand und gibt sie später am noch sehr schmalen dunklen Rand wieder frei. Der österreichische Himmelsalmanach 2026 listet das Wiedererscheinen von fünf Plejadensternen auf: 19 Tau, 18 Tau, 21 Tau, 22 Tau sowie SAO 76206.

In Wien geschieht dies am 28. zwischen 2:54 und 4:23 MEZ. Die exakten Zeitpunkte sind ortsabhängig. Der Mond steht dabei sehr hoch am Himmel, Blickrichtung Süden. Die Beobachtung erfordert ein Teleskop. Man sollte damit die extakten Austrittspunkte am Mondrand rechtzeitig anvisieren. Zur Vorbereitung empfehlen sich Programme wie Occult und GUIDE. Näheres dazu lesen Sie auf meiner Seite über Sternbedeckungen.
Die Übersicht wird rechtzeitig fortgesetzt.
Alle Angaben für den Großraum Wien und ohne Gewähr
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