Neulicht - Dr. Christian Pinter - Astronomische Beobachtungstipps

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Mond
Neulicht
Ein oder zwei Tage nach Neumond taucht die schmale Mondsichel erstmals am Abendhimmel auf: recht knapp nach Sonnenuntergang, in der hellen Abenddämmerung und meist nur recht knapp über dem Westhorizont. Für alte Kulturen begann mit der Sichtung dieses sogenannten "Neulichts" ein neuer Mondmonat.
Für alte Kulturen begann mit der Sichtung dieses sogenannten "Neulichts" ein neuer Mondmonat. Das Neulicht-Phänomen wiederholt sich im durchschnittlichen Rhythmus von 29 oder 30 Tagen: Solange dauert der Mondmonat nämlich.
Die Tatsache, dass im Sonnenjahr 12 volle Mondmonate Platz finden,  erklärt die große Bedeutung der Zahl "12" - man denke nur an die 12  Götter auf dem griechischen Olymp.
Das Neulicht als Startpunkt des Mondmonats
In früheren Zeiten galt der Mondmonat als Zeitmaß. Der neue Monat begann oft mit dem ersten Sichtbarwerden des Mondes nach Neumond. Nach zwölf solcher Monate waren aber erst 354 Tage verstrichen - rund elf Tage weniger, als sie das Sonnenjahr umfasst. Im reinen Mondkalender schieben sich die Monate deshalb in nur 33 Jahren durch sämtliche Jahreszeiten. Würde man also stets im selben Monat aussäen, fiele die Aussaat alsbald in den Winter.

Für Ackerbau betreibende Kulturen eignete sich solch ein reiner Mondkalender denkbar schlecht. Deshalb schob man ab und dann einen Schaltmonat ein. Bei den Babyloniern entschied darüber zunächst der König. Später ersann man eine fixe Regel, um Sonnen- und Mondlauf im Einklang zu halten.

Auch im alten Rom war es zunächst Aufgabe der Priester, nach dem Neulicht  Ausschau zu halten. Ihre Beobachtung wurde verkündet. Weil dann auch  Zinsen fällig wurden, ging der Ruf (lat.: calare, rufen) auf den Namen  des Schuldbuchs über.

Dieses "Calendarium" gebar unseren Begriff "Kalender". Später  entkoppelte man die Kalendermonate vom Mondlauf. In ihrer heutigen Form  wurden sie schließlich von Julius Cäsar fixiert.

Unser Kalender beachtet den Mondlauf somit überhaupt nicht mehr. Nur bei der Bestimmung des Osterdatums spielt der Mond noch eine Rolle.

Jedoch: Die Ähnlichkeit der Wörter "Mond" und "Monat" verrät die einstige Wurzel dieses Zeitmaßes.
Mehr über die babylonische und die römische Astronomie finden Sie in meinem Lesebuch Helden des Himmels.
Die Neulichttermine des Jahres 2017
Das günstigste Neulicht stellt sich am 28.2.2017 ein. Ebenfalls noch günstig sind die Neulichter am 29.1., 29.3., 27.5. und 20.12. 2017. Am 20.11. steht die Mondsichel hingegen nur niedrig über dem Horizont. Besonders ungünstig sind die Neulichter am 27.4., 25.6., 25.7., 23.8., 22.9. und am 21.10. 2017.  

In den Tagen nach dem jeweiligen Neulichttermin fällt die Sichtung des Mondes  zunehmend leichter. Dann macht sich auch der Erdschein eindrucksvoll bemerkbar.
Beobachtungsaufgaben
Wann machen Sie das jeweilige Neulicht aus ? Gelingt Ihnen die Sichtung am theoretischen Termin, oder erst ein bzw. zwei Tage später ?
Folgenreiche Erkenntnisse
Mein Buch Helden des Himmels geht ausführlich auf das Mondlicht ein. Ich lege es Ihnen ganz besonders ans Herz.
 
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