Meteore: Aktuelle Shortlist der reichsten Ströme
Neben den im folgenden genannten vier reicheren Meteorströmen gibt es dutzende weitere, in der Regel schwächere Ströme.
Mitunter können diese aber eine ungewohnte Aktivität zeigen.
Schauen Sie sich deshalb unbedingt auch den aktuellen Meteor Shower Calender der IMO an: Literaturseite
Foto links: Perseide am 13.8.2021
Eine umfassendere Liste von Mag. Thomas Weiland finden Sie außerdem im Astronomischen Almanach für Österreich (kostenloser Download über die Seite des Österreichischen Astronomischen Vereins).Ich nenne nur die Termine der Aktivitätsmaxima: Denn hier darf man, optimale Bedingungen vorausgesetzt, die meisten Sternschnuppen pro investierter Zahl an Nachtstunden erwarten. Wissenschaftlich orientierte Amateurastronomen beobachten auch mehrere Nächte vor und nach dem jeweiligen Aktivitätsmaximum.
Perseiden - 2026 äußerst günstigDie Perseiden sind der einzige reiche Meteorstrom, der sich hierzulande bei sommerlichen Temperaturen sehen lässt. Seinetwegen ist der August weithin als der "Sternschnuppenmonat" bekannt. Diese Meteoreschießen mit 61 km/sec daher. ZHR: 100Sie stammen vom Kometen 109P/Swift-Tuttle (Kerndurchmesser 26 km; hier sein Orbit), der zuletzt 1992 zu sehen war. Aufgrund seiner (variierenden) Umlaufszeit von derzeit 135 Jahren werden Amateure diesen Kometen erst wieder im Jahr 2126 zu Gesicht bekommen.
Das Maximum dieses Meteorstroms findet in der Nacht vom 12. zum 13. August statt: am 13.8.2025 gegen 4 Uhr MESZ.
Die astronomische Nacht (Sonne mindestens 18 Grad unterm Horizont) dauert im Osten Österreiches von etwa 22:22 MESZ bis etwa 3:40 MESZ. Danach hellt der Himmel zunehmend auf. Weil gegen Morgen hin normalerweise aber auch die Meteoraktivität zunimmt, wird man in der Praxis am Morgen des 13.8. bis grob 4:15 MESZ beobachten wollen.Weil Neumond herrscht, stört der Mond diesmal definitv nicht. Besser könnten die astronomischen Bedingungen also gar nicht sein. Voraussetzung für zahlreiche Meteorsichtigungen ist trotz allem ein Beobachtungsort fern der Stadt!
Geminiden: 2026 äußerst günstigDie Geminiden rühren wohl vom Kleinplaneten (3200) Phaethon her. Hier sein gewagter Orbit. Allerdings setzt dieser Kleinplanet zur Zeit kaum Staub sondern bloß gasförmiges Natrium frei. Die bei uns eintreffenden Teilchen müssen also bereits vor längerer Zeit ins All entlassen worden sein.Himmelsfotografen Phaethon ablichten. Im Oktober 2026 erreicht er 14,9 mag. In großen Amateurteleskopen mag er sich, fern der Stadt, Mitte Dezember 2027 zeigen - mit einer bescheidenen Helligkeit von 13,4 mag.Die Geminiden strahlen vom Sternbild Zwillinge aus, nahe dem Stern Castor. Sie treffen mit verhältnismäßig langsamen Tempo aus dieser Richtung ein (35 km/sec). ZHR: 140 bis 150.Die ersten Geminiden treten um den 4., die letzten um den 17. Dezember auf. Das theoretische Maximum wird für den 14.12.2026 gegen 15 Uhr MEZ erwartet. Keine drei Stunden später ist es bei uns schon Nacht.Die meisten Sternschnuppenströme sind in der späteren zweiten Nachthälfe am besten zu sehen, weil ihr jeweiliger Ausstrahlungspunkt erst nach und nach seine größte Höhe am Firmament erreicht. Nicht so bei den Geminiden: Ihr Radiant in den Zwillingen geht im Großraum Wien schon gegen 16:40 Uhr MEZ auf - und kulminiert bereits gegen 1:50 MEZ.Die astronomische Nacht beginnt außerdem schon zeitig, um 17:55. Sie endet gegen 5:45.Der zunehmende Mond (Beleuchtung der sichtbaren Seite 26%) steht bei Einbruch der Dunkelheit noch über dem Horizont. Seine störende Wirkung nimmt während seines Niedersinkens ab und endet spätestens mit seinem Untergang um 21:16 MEZ. In Folge herrschen, von Kälte und etwaigem Nebel bzw. Bewölkung abgesehen, ausgezeichnete Beobachtungsbedingungen - und das bis zum Einsetzen der astronomischen Dämmerung.Unterm Strich bleibt ein sehr gutes Beobachtungsfenster in der Nacht vom 14. zum 15. Dezember 2026 - vor allem zwischen 21 und 5:45 Uhr MEZ.
Quadrantiden (Bootiden): 2027 äußerst günstigDiese Meteore tauchen mit rund 40 km/sec in unsere Lufthülle ein. ZHR: 120. Sie rühren wohl vom Kleinplaneten 2003 EH1 (Orbit) her, der wiederum ein "ausgebrannter", mittlerweile inaktiver Kometenkern sein dürfte. Er ist zu lichtschwach, um von Amateuren erfasst zu werden.Das Maximum der Quadrantiden ist ungewöhnlich spitz. Ihr nächstes erfolgt in der Nacht vom 3. zum 4. Jänner 2027 - gegen 4:25 MEZ.
Die Sonne geht im Großraum Wien gegen 16:16 unter, das Ende der astronomischen Dämmerung wird bereits um 18:07 erreicht.Der Ausstrahlungspunkt der Meteore liegt oberhalb der Bootes-Figur, dessen Hauptstern sich abends noch unter dem Horizont versteckt. Der Radiant sinkt danach noch tiefer und erreicht gegen 20:20 MEZ (Großraum Wien) den Tiefpunkt (7 Grad, Richtung Nord).Ab dann geht es mit ihm wieder aufwärts. Zu Mitternacht hat er 18 Grad Höhe in Richtung Nordost erklommen. Um 2 Uhr MEZ ist er in 31 Grad Höhe angekommen, um 3 Uhr in 39 Grad.Zum Zeitpunkt des Quadrantiden-Maximums um 4:25 MEZ am 4.1.2027 steht der Radiant dann schon 52 Grad hoch. Die schmale Mondsichel geht erst um 5:11 MEZ auf, stört anfangs aber kaum. Die astronomische Dämmerung setzt gegen 5:51 MEZ ein.Die Quadrantiden lassen sich also speziell in der zweiten Nachthälfte unter zunehmend besseren Bedingungen beobachten.Fazit: Mit den meisten Meteorsichtungen ist am Morgen des 4. Jänner zu rechnen, vor allem vermutlich zwischen etwa 3:30 und 5:30 MEZ.Schon vor dem Beginn dieses Intervalls haben Jupiter und Mars den Blick auf sich gezogen: Sie flankieren den Löwenstern Regulus. Gegen Ende des Intervalls fällt die um vieles hellere Venus auf. Sie leuchtet im Südosten.
Lyriden - 2027 nur kurzes mondloses Fenster am Abend
Ihren Ursprung haben die Lyriden im langperiodischen Kometen C/1861 G1 Thatcher (Umlaufszeit rund 422 Jahre und damit bis etwa 2283 unerreichbar für Amateurastronomen) - hier sein Orbit. Sie langen mit 48 km/sec bei uns ein. ZHR: 30, nach einer anderen Quelle 18.
Das nächste Maximum wird für die Nacht vom 22. zum 23. April 2027 erwartet (rechnerisch um 3:40 MESZ). Die Aktivität sollte in dieser Nacht vergleichsweise hoch sein. Allerdings herrscht fast noch Vollmond. Nur seine südliche Breite beschert uns ein kurzes abendliches Beobachtungsfenster.Die nautische Dämmerung endet um 21:12 MESZ. Der Radiant in der Leier steht dann nur 9 Grad hoch im Nordosten. Um 21:58 endet im Großraum Wien die astronomische Dämmerung. Dunkler wird es danach nicht mehr. Jetzt hat der Radiant 16 Grad Höhe erklommen. Der Mond hebt sich um 22:17 MESZ über den Horizont, bei einer Radiantenhöhe von 19 Grad.Somit öffnet sich ein etwa einstündiges Beobachtungsfenster am 22.4.2027, von etwa 21:20 bis 22:20 MESZ. Der niedrigen Radiantenhöhe wegen bleiben während dieses Intervalls viele Meteore unterm Horizont. Allerdings könnte der eine oder andere Erdstreifer eine lange, eindrucksvolle Spur an den Himmel zeichnen.
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