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Mythologie - Dr. Christian Pinter - Astronomische Beobachtungstipps

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Dr. Christian Pinter
Astronomische
Beobachtungstipps
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Mondmythologie

In vielen Kulturen sind Sonne und Mond Liebespaare oder Geschwister unterschiedlichen Geschlechts. Wer im heißen Süden lebte, sah in der Sonne oft eine männliche, im Mond eine weibliche Gottheit. Das kommt etwa im Italienischen zum Ausdruck: il sole, la luna, heißt es da. Im Deutschen ist es umgekehrt. Bei uns ist die Sonne weiblich, der Mond männlich.


Sin

Im alten Mesopotamien ordnete man beiden Gestirnen, Sonne und Mond, männliche Gottheiten zu. Der Mondgott hieß dort Sin. Er galt als weiser Lenker der Zeit - siehe unten: Mondkalender - und wurde durch die Zahl 30 repräsentiert: Schließlich verstreichen zwischen zwei Monden gleicher Lichtphase im Schnitt 29 oder, etwas häufiger, 30 Kalendertage. Der neue Monat begann nach dem Neumond mit der ersten Sichtung der zarten Mondsichel am Abendhimmel. Wir nennen diese Erscheinung heute Neulicht.
Priesterastronomen hielten nach dem Neulicht Ausschau. Ließ es sich nach 29 Tagen nicht blicken, startete man den nächsten Monat automatisch nach 30 Tagen. Bei andauernd schlechtem Wetter hätte der neue Monat sonst ja "nie" begonnen.
Weil die Mondsichel in südlichen Breiten oft recht flach am Firmament liegt, boten sich Assoziationen mit einem himmlischen Boot an. Also meinte man, der Mondgott Sin würde in einem Himmelsboot reisen.

Hingegen stehen bei den Griechen und Römern insgesamt vier weibliche Gottheiten mit dem Mond in Verbindung.
Selene

Selene ist die eigentliche griechische Mondgöttin. Die Titanin "Theia gebar, von Hyperion in Liebe bezwungen, den großen Helios, die helle Selene und Eos, die allen Menschen auf Erden und den unsterblichen Göttern, die den weiten Himmel bewohnen, das Licht bringt" - schreibt Hesiod in seiner Theogonie. Damit sind der Sonnengott Helios, die Mondgöttin Selene und die Göttin der Morgenröte, Eos, allesamt Geschwister.

Die leuchtende Selene fährt im Mondwagen über den Himmel. Rosse ziehen ihn.
Reste von den Rossen der Selene am Ostgiebel des Athener Parthenons
Selene verliebte sich einst in den hübschen jungen Mann Endymion - wie manche meinten, ein Sohn des Zeus. Zeus gewährte ihm einen Wunsch, und Endymion erbat sich ewige Jugend: Allerdings um den Preis immerwährenden Schlafs. Seither steigt die Selene jede Nacht zu ihm herab, um ihn zu küssen.

Pausanias hält eine wohl jüngere Abwandlung dieses Mythos fest: Darin empfängt die Selene von der Schlafmütze 50 Töchter: Diese Zahl entspricht fast jener der Vollmonde, die während einer griechischen Olympiade verstrichen: Gemeint ist hier die vier Jahre umfassende Zeiteinheit, und nicht der eigentliche Wettkampf.
Der Schwede Jöns Jacob Berzelius entdeckte 1817 ein chemisches Element, das in Verbeugung vor der griechischen Mondgöttin Selen getauft wurde. Man setzte es ab 1893 zum Bau lichtempfindlicher Zellen ein, die Beleuchtungsstärken maßen - zum Beispiel in der Fotografie.

Eine Weiterentwicklung dieser Selenzelle war der Photomultiplier. Weil dieser auch sehr schwaches Licht registrierte, ließ er die Herzen der Astronomen höher schlagen - zumindest nachts. Später wurde er von den wesentlich stabileren CCD-Bildsensoren verdrängt.

Übrigens: Auch Selenes Mutter Theia kam in der Astronomie zu Ehren. Nach heutigen Vorstellung krachte einst ein vielleicht marskleiner Protoplanet in die noch sehr junge Erde. Mantelmaterial der Erde wurde fortgeschleudert und sammelte sich im Erdorbit: Daraus formte sich unser Mond. Reste des Impaktors, Theia genannt, stecken wohl noch heute im Erdkörper.
In seiner Tabula Selenographica verglich Johann Baptist Homann die Mondkarten von Johann Hevelius und Giovanni Riccioli (Nürnberg, 1707)
Die wissenschaftliche Betrachtung der Mondlandschaften wird fachlich Selenographie genannt. Selenographia: sive, Lunae descriptio nannte der in Danzig wirkende Johannes Hevelius 1647 auch seine teleskopische Beschreibung des Mondes, die 133 in Kupfer gestochene Ansichten beinhaltete.

Über den Mondkörper zogen Astronomen schließlich ein Netz von Breiten- und Längengraden. Man spricht von selenografischen Koordinaten, um sie von den erdbezogenen, geografischen Koordinaten zu unterscheiden.

Der Mondfisch hat mit dem Mond nichts zu tun. Sein Name Mola mola leitet sich vielmehr vom Mühlstein (lat.: mola) ab. Im Englischen heißt er Ocean sunfish.
Der Bodengucker (Selene vomer) im Haus der Natur, Salzburg
Nach Selene benannt ist aber der silbrige Bodengucker (Selene vomer), auch Pferdekopf genannt. Guanin-Farbstoffe in seiner Haut sorgen bei seitlichem Lichteinfall für irisierende Tönungen. Davon mag man sich z.B. im sehenswerten Haus der Natur, Salzburg, überzeugen.

Johannes Kepler nannte die Mondbewohner Seleniten in seinem posthum gedruckten Science-Fiction-Roman Mondtraum. 1901 schloss sich H.G. Wells an: In The First Men in the Moon schildert Wells eine fiktive Mondreise zweier Engländer. Auf dem Erdbegleiter angelangt, treffen sie auf eigentümliche Mondlebewesen, die sie ebenfalls Seleniten nennen.
Bereits in Keplers Roman Mondtraum treten Seleniten auf
Übrigens: Der weibliche Vorname Celine soll sich ebenfalls von der Selene ableiten. Bekannt gemacht hat ihn unter anderem die kanadische Sängerin Céline Dion.
Artemis

Ob die alten Griechen neben der Selene wirklich noch eine zweite Mondgöttin verehrten, ist umstritten. Die Gleichsetzung der nachts jagenden Jagdgöttin und Geburtshelferin Artemis mit der Selene mag erst rückblickend und aus römischer Perspektive geschehen sein. Allerdings: Die Mondsichel erinnert tatsächlich an einen gespannten Bogen, was vortrefflich zu einer Jagdgöttin passt.

Die Artemis war jedenfalls eine Tochter des Zeus und damit Schwester des Apollon (der ob seiner strahlenden Schönheit mitunter auch als Sonnengott gehandelt wurde). Artemis fährt mit einem Wagen über den Himmel, der hier allerdings nicht von Rossen, sondern von Hirschen gezogen wird.
Artemis-Diana am Haaderhaus in Langenzersdorf bei Wien
Artemis konnte unbeherrscht und gnadenlos sein. Zu ihren Begleiterinnen zählte die Kallisto, die gegen ihren Willen die geforderte Jungfräulichkeit verlor und von Zeus geschwängert wurde. Als sich die Folgen nicht mehr verbergen ließen, vertrieb Artemis die Arme aus ihrem Gefolge.

Artemis - oder die eifersüchtige Zeusgattin Hera - verwandelten die Kallisto überdies in eine Bärin. Von Zeus an den Himmel geschleudert, erblicken wir sie dort droben nun als Sternbild Große Bärin. Es wird im Deutschen Großer Bär genannt.

Der Jäger Aktaion beobachtete die nackte Artemis einmal beim Baden. Die jungfräulich gebliebenen Göttin bemerkte den Frevel: Sie verwandelte den Spanner in einen Hirsch, der darauf hin von den eigenen Hunden gehetzt und zerfleischt wurde.

Künstler der Renaissance liebten das Aktaion-Motiv. Nicht nur der nackten Göttin wegen - sondern auch, weil die Verwandlung des Aktaion in einen Hirschen reizvoll umzusetzen war. Mitunter wächst dem Jäger gerade ein Geweih aus dem Schädel, während seine Hunde aufgeregt an ihm hochspringen.
Ein amüsanter Aktaion bei den Wasserspielen im Schloss Hellbrunn, Salzburg
Plutarch meint, Artemis hätte den Griechen in der Seeschlacht von Salamis (ausführlicher Artikel) geholfen - indem sie die Szenerie als Vollmond beleuchtete.

Allerdings stellte sich der Vollmond bereits in der Nacht vom 17. auf 18. September des Jahres 480 v. Chr. ein. Heutige Historiker siedeln die Schlacht etwas später, nämlich zwischen dem 23. und 29. September an. Ein nächtliches Aufeinandertreffen der Flotten ist überdies wenig wahrscheinlich. Man hätte sich dabei schwer getan, zwischen Verbündeten und Feinden zu unterscheiden.

Ovid nennt die Mondgöttin Diana (die römische Entsprechung der Artemis) die szythische Göttin. Tatsächlich galt Cynthia schon als Beinamen der griechischen Artemis. Er bedeutet "die vom Berg Kynthos kommende". Der Berg erhebt sich auf der Kykladeninsel Delos.
Galileo Galilei liebte Verschlüsselungen, um sich die Priorität an seinen Entdeckungen zu sichern.

"Die Mutter der Liebe", so schrieb er an Johannes Kepler, "ahmt die Gestalten Cynthias nach".

Dem Schwaben war klar, was der Italiener da mit dem jungen Fernrohr entdeckt hatte: Die Lichtphasen ("Gestalten") der Venus ("Mutter der Liebe") glichen offenbar jenen des Mondes ("Cynthia").
Über den Beinamen der göttlichen Artemis sind also auch die Vornamen Cynthia, Cinzia und Cindy mit dem Mond verwoben.
Direkt von der Artemis abgeleitet ist der Vorname Artemisia. Zwei Herrscherinnen in Kleinasien trugen ihn.

Im 5. Jahrhundert v. Chr. befehligte Artemisia I. ein mit den Persern verbündetes Schiff in der erwähnten Seeschlacht von Salamis. Die Griechen empfanden das als Schmach, weshalb sie ein hohes Kopfgeld auf sie aussetzten. Artemisia entkam, in dem sie ein verbündetes Schiff rammte und so entsprechende große Verwirrung auslöste.
Artemisia im Schönbrunner Schlosspark
Artemisia II. ließ für ihren verstorbenen Gatten, den in Halikarnassos regierenden König Mausolos, ein mächtiges Grabmahl errichten. Daher nennen wir derartige Grabmäler in Gebäudeform heute Mausoleum: Ein solches findet man z.B. in Graz, und zwar für Ferdinand II. Er war einst der dritte kaiserliche Auftraggeber des Johannes Kepler.

Nachdem die NASA ihr erstes Mondlandeprogramm Apollo getauft hatte, wählte sie für ihre zweiten einschlägigen Bemühungen den Namen von Apollons Schwester Artemis.
Luna

Die Römer setzten ihre Mondgöttin Luna mit der griechischen Selene gleich.
Modell der Mondlandesonde Luna 16
Gemäß der einst verbindenden Rolle des Lateinischen (und später des Englischen) wird noch heute vieles, das mit dem Mond in Verbindung steht, als lunar bezeichnet. So gibt es z.B. lunare Landesonden, lunare Landschaften oder lunare Meteorite.

Russen nennen den Mond ebenfalls Luna. Sie nutzten diesen Namen zum Teil für ihre automatischen Mondsonden, die einige hundert Gramm Mondstaub zur Erde holten.
Des lunaren Silberscheins wegen verquickten die Alchemisten des Mittelalters ausgerechnet das Element Silber mit dem Mond. Dass sich unser Montag (italienisch: lunedi) vom Mond herleitet, ist bekannt.
Personifikation des Silbers im NHM Wien
Warum aber gibt bzw. gab es zwischen Berlin und Sidney zahlreiche Luna Parks? Aus meiner Kindheit sind mir noch einige italienische Vergnügungsparks dieses Namens bekannt.

Das große Vorbild dafür war der seit 1903 existierende, berühmte Lunapark auf Coney Island, New York.

Dort konnte man für 50 Cent ein "Raumschiff" besteigen, eine simulierte Reise zum Erdbegleiter unternehmen, über die "Mondoberfläche" spazieren und "Mondbewohner" kennen lernen.

Eine sehr ausführliche Story von Jeffrey Stanton findet sich im Internetarchiv (USA).
Vor Cäsars Tod am 15. März 44 v. Chr. soll es zahlreiche Zeichen am Himmel gegeben haben - selbst der Wagen der Luna sei mit Blut besprengt gewesen, erzählt Ovid in seinen Metamorphosen. Reine Phantasie?

Tatsächlich gab es gut vier Monate vor Cäsars Ermordung eine hundertminütige totale Mondfinsternis. Sofern das Wetter mitgespielt hat, muss am 7. November 45 v. Chr. tatsächlich ein sehr dunkler, vielleicht blutroter Mond über Rom gehangen haben.

In lyrischen Bezügen darf man heute weiter von Frau Luna sprechen, spätestens seit Paul Linckes gleichnamiger Operette aus dem Jahr 1899 (bekannt durch ihren Lobgesang auf die "Berliner Luft"). 1941 flimmerte ein Spielfilm mit Melodien dieser Operette über deutsche Kinoleinwände.

Das englische Wörtchen mood (Stimmung) lässt sich nicht auf moon zurück führen. Mondsüchtig aber einst aber für schlafwandelnd. Das Mondkalb war wegen des angeblich schädlichen Mondeinflusses missgebildet. Auch unsere Worte Laune, launenhaft, launisch oder launig fußen auf luna.
Legendäre Scheibe: Der vorletzte Song heißt Brain Demage
Ähnlich ist das mit den englischen Worten lunacy (Wahnsinn) oder lunatic bzw. loonies (der Verrückte bzw. die Verrückten). The lunatic is on the grass“ heißt es im (kritisch intendierten) Song Brain Demage. Er erklingt auf Pink Floyds 1973 veröffentlichtem Album The Dark Side Of The Moon (ausführlicher Artikel).

Als Name für Hund und Katz' wird Luna mittlerweile wieder gern gewählt. Auch als Vornamen für Mädchen feiert die römische Mondgöttin wieder Auferstehung.  
Diana
Diana im Schönbrunner Schlosspark
Die Diana ist die römische Entsprechung der griechischen Artemis. Sie wurde ebenfalls als Wald- und Jagdgöttin verehrt.

Zu ihren Attributen zählen (wahlweise) Bogen, Pfeile und Köcher, eine Mondsichel an der Stirn sowie jene Fackel, mit der sie die Nacht erhellt. Oft wird die Göttin von Hirschkühen oder Jagdhunden begleitet.

Daher stehen Diana-Statuen noch heute gern am Eingang oder in den Gärten ehemaliger Jagdschlösser; z.B. in Marchegg.
Diana im Eggenberger Schlosspark
Jene Mythen, welche die Griechen um ihre Artemis rankten, wurden von den Römern auf die Diana übertragen.

So auch die Geschichten rund um die von ihr verstoßene Kallisto (römisch: Callisto) oder der Mythos vom zum Hirsch gewordenen Jäger Aktaion (Actaeon).

Wie die Artemis, wurde auch Diana als Geburtsgöttin verehrt. Denn erstens scheint der Mond, sehr oberflächlich betrachtet, zunächst ähnlich zuzunehmen wie der Bauchumfang einer Schwangeren.
Eine konkrete Mondphase wiederholt sich außerdem nach 266 Tagen zum neunten Mal. Diese Zahl liegt sehr nahe der durchschnittlichen Schwangerschaftsdauer bei Menschen (268 Tage).  

Speziell in den Siebziger- und Achtzigerjahren des 20. Jahrhunderts galt Diana als besonders beliebter Vorname. Guess why!
Diana schmückt den Tisch im Eckzimmers der Schlosses Hellbrunn
Mondsichelmadonna
Im Monotheismus war es vorbei mit der Göttinnenvielfalt. Das gefiel nicht jedem. Vielleicht ist dies mit ein Grund, warum die heilige Maria mitunter auf einer Mondsichel dargestellt wurde. Schlüpfte sie fürs einfache Volk in die Rolle der einstigen Mondgöttin?

Christliche Theologen würden das wohl verneinen und statt dessen auf die sogenannte Offenbarung des Johannes verweisen.

Darin erzählt der apokalyptische Visionär von einer schwangeren Frau mit einem Kranz von zwölf Sternen auf ihrem Haupt und einer Mondsichel unter ihren Füßen.
Von einem feuerroten Drachen bedroht, gebar sie einen Sohn, der über alle Völker der Erde mit eisernem Zepter herrschen werde. Dieses Kind wurde - so Johannes - zu Gott.

Künstler stellten diese Mondsichelmadonna ab dem 12. Jahrhundert dar. Gelegentlich wurde der schlanke Mond aber erst nachträglich zu Marias Füßen eingefügt.

Berühmtheit erfreut sich die 1638 errichtete Mariensäule auf dem Marienplatz in München. Bekannt ist auch jene am Eisernen Tor in Graz.




Grazer Mondsichelmadonnen:
Oben - Am Eisernen Tor
Links - An der Dreifaltigkeitskirche
Das Tiroler Schloss Ambras beherbergt eine hölzerne Mondsichelmadonna aus dem 15. Jahrhundert. Zu ihren Füßen liegt ein Türkenkopf mit Turban - er erinnert an die gewaltsamen Auseinandersetzungen mit dem expandierenden osmanischen Reich.

In der Kaiserlichen Schatzkammer Wien findet man ein prächtige Mondsichelmadonna von Christoph Lencker, erschaffen zwischen 1608 und 1613. Der Strahlenkranz hinter ihrem Rücken symbolisiert die Sonne.
Auch am Klagenfurter Ursulinengymnasium ziert eine Mondsichel Marias Füße
An der Fassade des Ursulinengymnasiums in Klagenfurt entdeckt man ebenfalls eine Madonna: Als Bindeglied zur Mondsichel dient wohl eine stilisierte Erdkugel.

Ebenfalls in Klagenfurt überrascht ein Glasfenster der Stiftskirche Viktring mit einer besonders originellen Darstellung: Hier ist die Mondsichel unter der Madonna um 180 Grad verdreht. In den Armen des jungen Monds erblickt man den alten - und das samt Mondgesicht. Die Darstellung erinnert an das Erdschein-Phänomen.

Wenn Sie das nächste Mal eine Kirche betreten, achten Sie doch auf die dortige Mariendarstellung! Vielleicht werden Sie ja fündig.
Mond und Monat

Die Wortähnlichkeit Mond und Monat im Deutschen ist kein Zufall. Denn der Mond - genauer: seine Lichtphasen -  bestimmten einst die Dauer des Monats. Es umfasste 29 oder 30 Tage, gemäß der Länge einer Lunation (so nennt man die Zeit von Neumond zu Neumond: 29,53 Tage).
Cäsar-Büste in Pisa
Im alten Rom kündigte Julius Cäsar die Verbindung der Monate vom Mond auf, machte sie vom Himmel unabhängig.

Zwölf Lunationen dauern bloß 354,4 Tage. Das Sonnenjahr aber währt elf Tage länger. Daher verlängerte man die neuen Kalerndermonate auch gleich ein wenig.

Sie besaßen nach der Reform nicht mehr 29 oder 30, sondern meist 30 oder 31 Tage. Der mit 28 bzw. 29 Tagen kürzere Februar (ursprünglich der letzte Monat im römischen Kalender) sorgte für den nötigen Ausgleich. Näheres zu den Monaten lesen Sie hier.  
Nur sehr selten sprechen wir im lyrischen Zusammenhang noch von Monden statt von Monaten. So singt der 2024 verstorbene US-Country-Sänger Toby Keith z.B. "many moons I have lived ..."

Sein Lied "Don't let the old man in" erklingt im Film The Mule (2018; Regie und Hauptrolle: Clint Eastwood). Szenen daraus illustrieren das offizielle Musikvideo (Youtube-Link, USA).

Alle Angaben ohne Gewähr

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