Neptun - Vorentdeckung durch Galileo Galilei
Wie schon beim Uranus fand man auch beim Neptun Vorbeobachtungen. Die älteste stammte von Galileo Galilei (Artikel). Er hatte Neptun im Dezember 1612 und im Januar 1613 neben Jupiter und seinen Monden gesehen und den Anblick in sein Tagebuch eingetragen. Er hielt das lichtschwache Objekt aber für einen Fixstern - und so glitt ihm diese Entdeckung durch die Finger.
So etwa muss Galileo Galilei den Jupiter, dessen Monde und den Neptun am 28. Dezember 1612 in Florenz gesehen haben. Der innerste Mond Io weilt gerade vor der Jupiterscheibe und ist daher nicht zu erspähen. Neptun steht hier ganz links unten. Das tatsächliche Gesichtsfeld von Galileis Teleskop war um ein Drittel kleiner: Er konnte die hier dargestellten Objekte also nicht gleichzeitig sehen!
Galilei ahnte somit nicht, dass sich Jupiter mitsamt seinem Mondquartett dem Neptun am Himmel immer mehr näherte. Am 3. Jänner 1613, noch vor dem Aufgang am florentiner Osthorizont, hatte er sich sogar vor Neptun geschoben. Solch gegenseitigen Planetenbedeckungen treten extrem selten ein!
Am 4. Jänner um 5:40 (MEZ) tauchte Neptun am gegenüberliegenden, westlichen Jupiterrand wieder auf. Dort stand mittlerweile auch der Jupitermond Io.
Rechts: Jupiter hat den hier blauen Neptun wieder freigegeben, Io leistet diesem Gesellschaft. Grafik erstellt mit Guide 9.0
Das Trio weilte in halber Himmelshöhe über Florenz. Wegen des enormen Helligkeitsunterschieds zwischen den beiden Planeten und der unvollkommenen Linsen in Galileis Teleskop wäre das Schauspiel für den Italiener aber wohl nicht beobachtbar gewesen.
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