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Neptun - Dr. Christian Pinter - Astronomische Beobachtungstipps

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Dr. Christian Pinter
Astronomische
Beobachtungstipps
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Neptunmonde
Neptun besitzt einen sehr bemerkenswerten Mond, den Triton. Entdeckt wurde dieser nur 17 Tage nach dem Fund Neptuns - und zwar am 10. Oktober 1846 vom Briten William Lassell. Der Bierbrauer setzte dazu ein Spiegelteleskop mit (relativ schlecht reflektierendem) Metallspiegel und 61 cm Durchmesser ein. Wilhelm Herschel hatte ihn zur Mondsuche inspiriert.

Meinen ausführlichen Artikel über Triton finden Sie im US-amerikanischen Internet-Archiv.

Benannt wurde der Mond nach dem Meeresgott Triton, der auch im griechischen Sintflutmythos eine bedeutende Rolle spielt: Dort ist er es, der die alles überflutenden Wassermassen zurück beordert.

Wir treffen Triton (oft in der Mehrzahl) heute vor allem als Brunnenfigur an, speziell in Wien: etwa in Schönbrunn, im Volksgarten, im Garten des Belvedere oder am Maria-Theresienplatz. Weitere Tritonen erwarten uns im Grazer Stadtpark, in Hellbrunn bei Salzburg oder im Linzer Botanischen Garten.
Einer von vier Tritonen am Maria-Theresienplatz in Wien
In der Mythologie ist Triton ein Sohn des Poseidon (röm.: Neptun). Im All nicht: Beim Mond Triton dürfte es sich vielmehr um eine eingefangene Welt aus dem Kuiper-Gürtel handeln. Dafür spricht auch seine im Vergleich zu den anderen Neptunmonden "überragender" Durchmesser von 2.700 km. Ein Umlauf um Neptun dauert 5,9 Tage. Wie bei den größeren Monden im Sonnensystem üblich, wendet auch Triton seinem Planeten stets die selbe Seite zu.

Auf der Site der US-Zeitschrift Sky & Telescope findet sich ein Triton Tracker als Aufsuchhilfe. Die oben erwähnten Programme Guide und WinJUPUS (hier beim Neptun-Bildchen herauszoomen!) zeigen ebenfalls dessen Stellung relativ zu Neptun.
Im Wiener Volksgarten raubt Triton eine Meeresnymphe
Leider erreicht Tritons Helligkeit nur 13,4 mag. Amateure mit Teleskopen von 10 Zoll (ca. 25 cm) Öffnung haben ihn trotzdem schon gesehen.

Voraussetzungen für eine Sichtung sind wirklich dunkler Himmel, hohe Vergrößerung (um den Himmelshintergrund weiter abzudunkeln) und indirektes Sehen: Dabei schaut man knapp am Objekt vorbei; denn die Peripherie der Netzhaut ist lichtempfindlicher als die auflösungsstärkste Stelle derselben, die wir unwillkürlich auf zu studierende Dinge richten.
Astrofotografen können Triton leichter einfangen, weil die Kamera schwache Lichteindrücke über die Belichtungszeit hinweg addiert. Mit 8 Zoll Öffnung und einer DSLR ist das definitiv kein Problem, wie das Foto links belegt. Allerdings wird Neptun dabei übergroß abgebildet.
Dazu montiert man die Cam im Fokus des nachgeführten Teleskops und belichtet etliche Sekunden lang. Das geht mit der DSLR oder mit einer CCD/CMOS-Kamera. Um das unvermeidliche Bildrauschen in Grenzen zu halten, empfehlen sich die Verfahren der Deep Sky Fotografie.

Gelegentlich kommt es zwischen Triton und Neptun zu Ereignissen, wie wir sie aus dem Jupitersystem kennen. Der Mond zieht vor dem Planeten vorbei, verschwindet hinter ihm oder wirft seinen Schatten auf Neptun.

Theoretisch findet das mehrmals zwischen 2043 und 2050 statt. Ich kann mir nicht vorstellen, wie Amateure solche Events beobachten könnten. Die ausgezeichnete australische Software Occult will deren Termine dennoch berechnen können.
Weitere Monde
Neptun kennt noch mehr als ein Dutzend weiterer Monde.

Zweitgrößter Neptuntrabant nach dem Triton ist die 1949 von Gerard Kuiper entdeckte Nereid, deren Name aus einer ganzen Gruppe von Halbgöttinen abgeleitet wurde: Die Nereiden waren in der griechischen Mythologie Meeresnymphen und allesamt Töchter des greisen Meeresgottes Nereus.
Dieser Wiener Triton versucht offenbar, eine Nereide mit einem Fisch zu ködern
Mit einem Durchmesser von bescheidenen 340 km bringt es der Mond Nereid zur Oppositionszeit auf etwa 19 mag Helligkeit. Die anderen Neptunmonde, darunter die Galatea, Despina, Naiad, Thalassa, Larissa und der Proteus bleiben stets unter 20 mag. Wir werden keinen dieser Trabanten sehen oder fotografieren können.

Alle Angaben ohne Gewähr!
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