Mars - Mythologie und Kalender
Der Planet Mars kommt in der Mythologie nicht immer gut weg. Das dürfte vor allem an seinem auffallend rötlichen Farbton liegen, der die Menschen einst an Feuer, Blut oder Rost denken ließ. Seine besondere Bewegung am Himmel erinnerte außerdem an Katastrophen, die rasch daher kamen - und dann lange anhielten: zum Beispiel Kriege, Dürren oder Seuchen.
In Mesopotamien nannte man das Gestirn Nergal. Dieser Gott stand für die Unterwelt, Brände, Krankheiten oder Kämpfe.
In Griechenland führte der Wandelstern den Namen Ares: Dieser Gott symbolisierte den männermordenden, ungestümen Krieg. Er stand im Gegensatz zur Weisheitsgöttin Athene, die man mit der Strategie und der Taktitk in Verbindung brachte.
Im römischen Imperium erfuhr der Kriegsgott Mars hingegen ganz besondere Verehrung. Die martialisch agierenden Römer huldigten ihm am Marsfeld. Sie tauften außerdem den März, den ursprünglich ersten Monat im Jahreslauf, und den Dienstag (italiensich: martedi) nach ihm.
Auch später schmückten Herrscher ihre Monumentalbauten gern mit Statuen und Büsten des Kriegsgotts Mars, um ihre miltärische Potenz zu betonen.
Übrigens: Der englische Wochentag Tuesday (norwegisch: tirsdag) ist nach dem Gott Tyr benannt, zuständig für Kampf und Sieg - also gewissermaßen der nordischen Entsprechung des römischen Kriegsgotts Mars.
Unser Dienstag leitet sich vom Namen der nordischen Volks- und Gerichtsversammlung Thing ab, die wiederum unter dem Schutz des Gottes Tyr stand. Von diesem Ding stammt auch unsere Bezeichnung dingfest machen (also eigentlich: jemanden der Gerichtsversammlung zuführen). Das Parlament Norwegens heißt Storting ("Großes Ting"), das der dortigen Sami wird Sameting genannt.