Saturns Ringsystem - Dr. Christian Pinter - Astronomische Beobachtungstipps

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Saturn
Saturns Ringsystem
Saturn zeigt deutlich weniger Details als Jupiter oder Mars. Sein Ring stattet ihn jedoch mit majestätischem Glanz aus. Dessen Anblick ist keineswegs so statisch, wie es zunächst vielleicht den Anschein hat. Denn erstens zerfällt das Ringsystem in drei teleskopisch sichtbare Ringe. Und zweitens verändert sich unsere Perspektive von Jahr zu Jahr.
Galilei und der Saturn
Galilei erschienen die Planeten erstmals nicht als Lichtpunkte,  sondern als kleine Kugeln - vollkommen rund und "wie mit dem Zirkel  gezogen". Doch der Anblick des Saturn, des damals fernsten bekannten  Planeten, verwirrte ihn. In der römischen Mythologie war Saturn ein  alter, gestürzter Gott, der den Menschen einst das Goldene Zeitalter  gebracht haben soll.

Im Teleskop schienen zwei kleinere, kugelige  Gestalten die Planetenkugel an beiden Seiten zu berühren. Es war  Galileo, als müsste sich der "Alte" auf zwei Diener stützen. Was Galilei  nicht wusste: Diese beiden "Bediensteten" waren nichts anderes die hell  anmutenden, seitlichen Teile eines Saturnrings.
Etwa so sah Galilei den Saturn - ein irritierender Anblick.
Zu seiner Überraschung verschwanden die beiden Begleiter im Frühjahr 1612. Über den Grund dieses merkwürdigen Phänomens wollte sich  Galilei nicht recht äußern, aus Angst, eine etwaige Interpretation  später wieder zurücknehmen zu müssen.
Heute wissen wir: Damals blickte Galilei ausgerechnet auf die feine Kante des äußerst schmalen Gebildes - weshalb es praktisch unsichtbar wurde. Hier finden Sie einen Artikel über das Ringsystem des Saturn.

Christiaan Huygens entlarvte es 1656 als Ring und Giovanni Cassini machte darin 1675 eine dunkle Lücke aus - die Cassinische Teilung. Cassini war es auch, der erstmals ein Wolkenband auf dem winzigen Saturnscheibchen erspähte.
Die Saturnringe selbst beobachten
Die Erde steht zur Zeit nördlich der Ringebene; wir blicken also auf die Nordseite des schmalen Ringgebildes. Es zerfällt zunächst in den breiten, hellen B-Ring und den außen anschließenden, schmächtigeren und etwas weniger glänzenden A-Ring. Dazwischen liegt die an Materie arme und daher dunkle Cassini-Teilung: Sie fällt am ehesten an den sogenannten Ansen auf, den beiden äußeren Ringenden.

Der Schatten der Planetenkugel auf der westlichen Ringseite sollte im Mai ebenfalls zu sehen sein. Mitte Juni ist er definitiv weg; dann versteckt er sich aus unserer Perspektive hinter der Planetenkugel. Im Juli sollte er auf der östlichen Seite wieder auffallen.
Grundsätzliche Erscheinungen im Ringsystem. Aus perspektivischen Gründen fällt die Ringöffnung heuer weiter aus, weshalb der Ring die Südpolkappe des Planeten verdeckt. Alle Fotos und Grafiken © Pinter
Die Nordhemisphäre des Planeten ist jetzt besonders gut sichtbar. Der sonst nicht leicht erkennbare, innere C-Ring hebt sich ungewöhnlich eindeutig von der Saturnkugel ab - als schmale, etwas dunklere Struktur zwischen Ring und Planet. Das Südpolgebiet lässt sich nicht mehr studieren. Es ist zur Gänze hinter dem Ring verschwunden.
Saturn im Frühjahr 2015: Der Anblick ähnelt jenem, den wir heuer genießen.

Deutlich zu erkennen ist die Cassini-Teilung zwischen dem helleren B- und dem außen anschließenden A-Ring.
Beobachtungsaufgaben
Machen Sie die Cassini-Teilung aus? Gelingt Ihnen das nur an den Seiten oder auch in anderen Abschnitten des Rings? Sehen Sie die unterschiedlichen Helligkeiten des A- und des B-Rings? Ist hier der einstige Vergleich mit "mattem und poliertem Silber" angebracht?

Können Sie den Schatten Saturns auf seinem Ring nachweisen? Erspähen Sie noch ein klein wenig vom Südpol oder ist er komplett hinter dem Ring verschwunden? Bemerken Sie den innersten, matten C-Ring? Erspähen Sie diesen bloß als Verdunkelung auf der Saturnkugel oder macht er sich auch fern ab davon (also vor dem schwarzem Hintergrund des Alls) bemerkbar?
Literatur für Planetenbeobachter
Planeten beobachten
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Sonne, Mond, Planeten beobachten und  fotografieren
Ein neueres Buch zu oben genanntem Themenkreis, das sich  u.a. auch der digitalen Fotografie mit Webcams widmet.
Folgenreiche Erkenntnisse
Mein Buch Helden des Himmels geht sehr ausführlich auf die philosophischen und religiösen Implikationen der  Galileischen Beobachtungen ein.

Ich lege es Ihnen ganz besonders ans Herz.
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